GedacksSalon
Im einem Lexikon heißt es unter dem Stichwort "Salon": "regelmäßig stattfindendes Zusammentreffen eines literarisch oder künstlerisch interessierten Kreises".
Der Ursprung der gesellschaftlichen Salongeschichte liegt in Paris. Dort trafen sich etwa seit 1600 schöngeistige adlige Zirkel zum gesellschaftlichen und politischen Austausch. Einen der ersten gründete Cathérine Marquise de Rambouillet 1610. Mit der Zeit entwickelte sich aus diesen Zirkeln eine Geselligkeitskultur, die gesellschaftliche Grenzen überwand und im 18. Jahrhundert die politisch bedeutsamen ‚literarischen Salons' hervorbrachte.
Diese frühen literarischen Salons waren Orte des freien Ideenaustauschs, der Überwindung von Klassenschranken, der politischen und sozialen Emanzipation und nicht zuletzt der Emanzipation der Frau. Nach der französischen Revolution fand dann ein gewisser Rückzug ins Private statt, die politische Bedeutung wurde von einer eher kulturellen Ausrichtung mit der Förderung von jungen Talenten in Literatur und Musik überlagert.
Um diese Zeit entstanden auch die ersten Salons in Deutschland und hier vor allem in Berlin. Zwischen 1780 und 1914 lassen sich mindestens 90 literarische, künstlerische, musikalische und politische Salons nachweisen, so viele wie in keiner anderen deutschen Stadt.
Geprägt vom Geist der Aufklärung und bürgerlicher "Empfindsamkeit" waren sie eine weiblich dominierte, bürgerliche Bewegung gegen gesellschaftliche Verkrustungen und antidemokratische Anschauungen. Bildung und Persönlichkeit galten mehr als Stand und Reichtum. Die Salons waren halb öffentlich, halb privat. Sie entsprangen dem Wunsch nach Geselligkeit und intellektuellem Austausch frei von gesellschaftlichen Dogmen. Neben den Lesungen, Ausstellungen und Auftritten waren die offenen Gespräche über Kunst, Literatur, Philosophie, Musik und Politik das Wichtigste. Dabei hatte die Gastgeberin, auch Salonnière genannt, mit besonderem Geschick als Initiatorin, Vermittlerin und Gesprächspartnerin dafür Sorge zu tragen, dass sich ihre unterschiedlichen Gäste gleichermaßen angenommen und wohl fühlten.
Die Berliner Salons beförderten nicht nur die allgemeine Geselligkeitskultur, sondern besonders den intellektuellen Austausch und gesellschaftliche und berufliche Emanzipationsbestrebungen. Die große Zeit der Berliner Salons endete mit dem ersten Weltkrieg aber die Idee des Salons als kultureller Treffpunkt ist nie ganz in Vergessenheit geraten.
Seit den 1990er Jahren erlebt die Salonkultur in Berlin eine wunderbare Renaissance. Sie entspringt einer wiedererwachten Sehnsucht nach ungezwungenem, freien Austausch an Bildung und Kultur interessierter Menschen jenseits der kommerziellen Selbstinszenierungen. Ich wage zu behaupten, dass die Ideale des Berliner Salons seit dem Jahr 2000 in der Hauptstadt geradezu wieder neu zum Leben erweckt worden sind.
Die in intimer Privatsphäre initiierten Zusammenkünfte in den neuen Berliner Salons stillen das ausgeprägte Bedürfnis am geistvollen Gespräch und bieten gleichermaßen Raum für künstlerische Darbietungen wie für die Entwicklung neuer gesellschaftlicher Ideen und Projekte.
GedacksSalon hat sich, seit er im Jahre 2005 mit einem Hauskonzert eröffnet wurde, zu einem besonderen Teil der neuen Berliner Salonkultur entwickelt. Er bietet in meiner Privatwohnung in der zweiten Etage des Hauses Baerwaldstraße 70, in einem attraktiven Kreuzberger Altbauviertel direkt am Landwehrkanal mit Blick auf den Urbanhafen den Rahmen für Ausstellungen, Lesungen und musikalische Auftritte der unterschiedlichsten Richtungen.
GedacksSalon ist ein privater Ort mit kulturellem Flair, an dem Berliner Kreative aus Kultur, Musik, Kunst, Kreativwirtschaft und Wissenschaft in ungezwungener Atmosphäre mit Vertretern / Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft ins Gespräch kommen können.
Als "Salonier" will ich somit nicht nur guter Gastgeber und Gesprächspartner sein, sondern habe auch den Anspruch einen qualitätvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in Berlin zu leisten. Ich lade alle Gleichgesinnten ein, GedacksSalon lebendig mitzugestalten und so ihren Teil zur Förderung der kulturellen Atmosphäre und Wiedergeburt des Berliner Salons beizutragen.

